Geb. 1981 in Hamburg
1991 bis 1997 Schülerin der Kunstakademie Shehata in Hamburg / Abschluss: sehr gut
1997 bis 1998 einjähriger Aufenthalt in Brasilie
2000 Abitur
2000 bis 2003 Studium der Islamwissenschaften / Ethnologie / Portugiesisch in Hamburg
2005 bis 2009 Studium der Kunsttherapie / Pädagogik an der Hochschule für Kunst und Soziales in Ottersberg
Seit 2011 künstlerisch freischaffend und unterrichtend in Hamburg

Über ihre Kunst

In vielen ihrer Arbeiten lehnt sich Jana Osterhus zu Beginn des Malprozesses an die Kunst alter Meister an. Sie entwickelt eine zeichnerische Grundkomposition, legt Lichter und Schatten an, dann eine meist rote Grundierung. Danach kommen verschiedene Farben dazu, wie in einem Print-Verfahren. Damit ist das Bild jedoch nicht abgeschlossen. Das anfänglich klassische Vorgehen ist auch, wenn sich das Bild noch sehr verändert im Endergebnis als Qualität wahrnehmbar. Um etwas Neues zu schaffen, so das Statement der Künstlerin, sei es notwendig sich vom traditionellen Arbeitsstil wieder zu lösen und durch den Einsatz verschiedener künstlerischer Medien Brüche herbeizuführen, die Inhalt und Komposition verändern.

Als Malgründe nutzt Osterhus nicht nur Leinwand und Papier, sondern auch alte Landkarten, Drucke und Naturpigmentphotographie. Die Künstlerin verzichtet meist auf klare räumliche Orientierungslinien und arbeitet mit den Möglichkeiten der Bildüberlagerung. Die ersten Bildschichten sind oft mehrere Jahre alt, so dass eine zeitübergreifende „Collage“ aus ihren eigenen Arbeiten entsteht. „Bei genauerer Betrachtung schimmern zahlreiche Elemente aus ihren früheren Arbeiten wie auf einem Zeitstrahl durch das aktuelle Werk hindurch. Die Verfremdungseffekte machen einen zweiten und dritten Blick erforderlich, und häufig kann man noch nach langer Zeit neue Details entdecken …

Auf diese Weise lässt die Künstlerin in ihren Arbeiten Zeit entstehen und ebenso löst sie die Zeit wieder auf. Manche Arbeiten werden durch die Betrachtung zu einem Theaterstück, in das der Betrachter seine eigene Chronologie einzuweben vermag.“, beschrieb der Schauspieler und Musiker Bardun diesen Effekt.

Der Künstler und Kunsthistoriker Yasser Shehata beschrieb eine andere Facette ihres künstlerischen Tuns: „… Die Bewegung der Figuren ist langsam und ruhig, was uns an Picasso in seiner blauen Phase erinnert. Durch die zeichnerische Kapazität wirken ihre Figuren sehr elegant. Jana Osterhus` Kompositionen sind immer offen. Sie verzichten auf das Gefühl von Boden, um die Bewegung zu steigern. Durch das Fehlen von Boden und Horizont versetzen die Kompositionen den Betrachter in die Ewigkeit. Da die Bilder keiner bestimmten Gesellschaft oder Zeit entsprechen, wird das Gefühl von Ewigkeit stärker angesprochen.“ Oder anders ausgedrückt: „Es ist, als ob man eine Allee mit großen Bäumen entlangfährt und vor einem Haus zum Stehen kommt. Man öffnet die Tür, tritt ein und steht plötzlich am Meer.“ ( Prof. Robert van de Laar, Bildender Künstler )

Weitere Zitate:

„Mit starken Farben und phantasievollen Motiven gelingt es Jana Osterhus, den Betrachter zu berühren und ihn mitzunehmen in eine phantastische, mystische und surreale Welt… Sie arbeitet mit Gegensätzen, die sie wirkungsvoll zueinander in Beziehung setzt. Ihre Bilder sind dynamisch und voller Bewegung…“ Dr. Yasser Shehata (Bildender Künstler und Kunsthistoriker) „Ich fragte mich, ob solche Bilder vor hundert oder gar zweihundert Jahren möglich gewesen wäre, und kam sofort zu dem Urteil: Nein! Nur ein Mensch, der in unserer Postmodernen Medienlandschaft groß geworden ist, wird einen solchen Fundus an bildhaften Einfällen mit ironischen Anspielungen und Selbstbefragungen in sich tragen…

Ihre Gemälde sind eine Landschaft für Entdeckungsreisen und im Gegensatz zum Text mit seiner linearen Erzähllogik kann der Blick hier frei durch das reiche Angebot surfen und sich gewissermaßen seine eigenen Geschichten zusammenstellen.“
Dr. Hubert Spörri (Kunsthistoriker)

Ausstellungen

Kulturbotschaft Hamburg
Kunstraum Hosenstall, Hamburg
B.AGL Art afFAIRS, Berlin
Fabrik der Künste, Hamburg
Levantehaus, Hamburg
Museum Pinneberg
Schloss Reinbek
Künstlerhaus Wendenstraße, Hamburg
St. Markus Hoheluft, Hamburg
Bergedorfer Mühle · Hochschule für Kunst und Soziales, Ottersberg
Haus der Kulturen, Lübeck
Adelheitshof, Magelsen
Galerie Unikat, Hamburg
Galeria No. 7, Hamburg
Telekom, Hamburg
Galerie Scorpion, Hamburg
Rathaus Halstenbek
El-Shona-Kunstverein, Alexandria (Ägypten)
Elbe-Filmtheater, Hamburg
Kunsthochschule, Alexandria (Ägypten) Kunstakademie Shehata, Hamburg