Tayali Rhodrick

Rhodrick Tayali ist 1972 in Lusaka/Sambia geboren, er ist in Aachen aufgewachsen und lebt und arbeitet in Köln. Nach dem frühen Tod seiner Mutter kommt Tayali nach Deutschland und studiert im Anschluss an eine handwerkliche Ausbildung, Objektdesign an der FH Aachen. Bereits während seines Studiums (1996-2001) ist Tayali als Interior-Designer erfolgreich. Als Interior-Designer machte er von sich reden, ein Blick in das Design-Jahrbuch 2000, die "Bibel der Entwerfer", zeigt sein intelligent-spielerisches Talent.

Parallel zu diesem künstlerischen Arbeitsfeld ist jedoch stets seine Leidenschaft zur Malerei präsent. Sie ist ihm Bedürfnis und zweckfreier Ausdruck seiner Seelenwelt. Parallel dazu entwickelt sich seine große Leidenschaft zur abstrakten Kunst, die sich bis heute in zahlreichen Ausstellungen widerspiegelt.

Beeinflusst durch die Arbeit seines Vaters Henry Tayali, einem der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Afrikas, ist seine Malweise sehr expressiv und emotional. Zu Beginn noch der figurativen Formensprache verpflichtet, findet Tayali mit jedem neuen Bild zu seinem ganz persönlichen Stil. An seinen Vater erinnert noch heute ein Museum in Lusaka: das Henry Tayali Visual Arts Centre.

Auf dem Weg zu seiner ganz eigenen Form der Abstraktion bewegt sich Tayali dabei zunehmend in Richtung einer Sammlung der Kräfte; von kleinteiligen und sehr expressiven Kompositionen gelangt er mehr und mehr zu einer fast schon kontemplativ zu nennenden Konzentration seiner Bilder.

In dieser ambivalenten Gestaltung der Bilder spiegelt sich das Wesen des Künstlers wieder. Im Zwiespalt zwischen seinen afrikanischen Wurzeln und seiner europäischen Sozialisation, legt Tayali sein Innerstes offen. Chaos und Ordnung, Leidenschaft und Ruhe, Brutalität und Harmonie werden zum Thema. Für seine Kunst hat er ein neues Wort geschaffen, das er Interspektionen nennt. Es ist ein abgewandelter Begriff aus der Psychoanalyse (Siegmund Freud) Introspektion, was so viel bedeutet wie Innensicht. Interspektionen ist die Innensicht zwischen zwei Welten. Es handelt sich bei Tayalis Werken nicht um Abbilder einer äußeren geografischen Realität sondern um Ausdrucksformen einer Beschäftigung mit der eigenen Traumwelt. Aus gutem Grund unterscheiden wir in der Kunstwissenschaft zwischen einer Monografie als Darstellung einer künstlerischen Werkentwicklung und einer Biografie, bei deren Verlauf die äußeren Umstände und Erlebnisse einen größeren Schwerpunkt bilden. Deren Einfluss auf das emotionale und seelische Gefüge spielt natürlich auch in den Arbeitsfortschritten eines Malers immer eine Rolle. Doch bei Tayalis ?Seelenlandschaften? geht es letztlich um das Nachspüren dessen, was den "wahren Kern" der Persönlichkeit prägt, nämlich um die allerersten Wahrnehmungserfahrungen der Seele.

Ölgemälde

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